Christa Schechtl's
"Der Schrei" 1

So konnte ich ein Todeshaus schließen lassen

Ein beispielloser Kampf begann, der jede Minute meines Lebens verschlang. Die ukrainische Regierung leugnete zunächst, stritt ab, was in Budka passiert, warf mir Fälschung meiner Bilder vor.
Ich ließ mich nicht beirren. Mit Protestbriefen aus aller Welt, Fernseh-Dokumentationen, Prominenten wie Brigitte Bardot, Steffi Graf und dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude - München ist Partnerstadt zu Kiew - bei dem ich mit Blumen und einer Video-Kassette über Budka vor der Tür stand, wurde Budka schließlich nach einem halben Jahr Kampf geschlossen. Und plötzlich wurden auch die Verantwortlichen des Todeshauses von der Staatsanwaltschaft Kiew "hart bestraft".

Heute ist in dem ehemaligen Budka ein vorbildliches Tierheim, geführt von einem Tierarzt. Eine Mahntafel im Innenhof zeugt von den brutalen Geschehnissen, denen mehr als eine Million Tiere zum Opfer fielen.

Ich kontrollierte die "Verbesserungen"

Im April dieses Jahres wollte ich mich persönlich überzeugen, wie Budka heute aussieht. Ich kam - selbstverständlich ohne Voranmeldung - und war zunächst überglücklich über diese unglaubliche Verwandlung in ein Tierheim. Es gibt eine eigene Futterküche, zwei Tierärzte kastrierten gerade in einem modernen OP-Raum zwei Hunde, die Katzenstation ist liebevoll bemalt und ausgestattet, die Hunde leben in großzügigen Verbänden. Und doch, mein Gefühl sagte mir, irgendetwas wird mir verschwiegen.

Mahntafel für mehr als eine Million getötete Tiere. Sie steht im Hof des ehemaligen Budka in Kiew. Zuletzt stand ich mit großem Herzklopfen an dieser Stelle. Heute tummeln sich dort übermütig wohlgenährte und gepflegte Hunde. Aus Budka wurde ein schönes Tierheim.

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